Lokale Ethikkommission Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. Geschäftsordnung (25.11.2015)

§1 Aufgaben

Die Lokale Ethik-Kommission (LEK) des Institutes für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP) Freiburg ist ein unabhängiges Gremium, das die ethische und rechtliche Zulässigkeit psychologischer Forschungsvorhaben bzw. der Forschungsvorhaben am Menschen, die am IGPP durchgeführt werden sollen, vor deren Durchführung prüft und beurteilt. Das Vorgehen der LEK-IGPP orientiert sich an der von der DGPs bereitgestellten Mustergeschäftsordnung.

Die LEK-IGPP und ihre Mitglieder sind bei der Wahrung ihrer Aufgaben unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. Sie sind nur ihrem Gewissen verantwortlich.

Die Stellungnahme der LEK entbindet die für das beurteilte Projekt zuständige Person nicht von der Verantwortung für die Durchführung der Untersuchungen und die Einhaltung ethischer Richtlinien.

§2 Bedingungen für eine Stellungnahme der Kommission

Die Begutachtung eines Forschungsprojektes erfolgt auf Antrag der für das Forschungsvorhaben verantwortlichen Person.

1. Die LEK-IGPP prüft insbesondere, ob alle Vorkehrungen zur Minimierung des Probanden-Risikos getroffen wurden, ein angemessenes Verhältnis zwischen Nutzen und Risiken des Vorhabens besteht, die Einwilligung der Probanden, beziehungsweise ihrer gesetzlichen Vertreter, hinreichend belegt ist, die Durchführung des Vorhabens den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, vor allem den Datenschutz-Bestimmungen, Rechnung trägt.

2. Anträge an die LEK-IGPP sollen Angaben enthalten über:

Ziel und Verlaufsplan des Vorhabens, die Art und Zahl der Probanden sowie Kriterien für deren Auswahl, alle Schritte des Untersuchungsablaufs, Belastungen und Risiken für Probanden einschließlich möglicher Folgeeffekte und Vorkehrungen, um negative Effekte abzuwenden. Regelungen zur Aufklärung der Probanden über den Versuchsablauf und zu deren Einwilligung in die Teilnahme an der Untersuchung Möglichkeiten der Probanden, die Teilnahme abzulehnen oder von ihr zurückzutreten, bei Probanden mit begrenzter Entscheidungsmöglichkeit (z.B. Kinder, Geschäftsunfähige): Regelung der Zustimmung zur Studienteilnahme durch Sorgeberechtigte, gegebenenfalls vorgesehenen Versicherungsschutz, Datenspeicherung unter dem Aspekt der Daten-Anonymisierung.

§3 Das Begutachtungsverfahren

(1) Die für die Ethik-Stellungnahme relevanten Unterlagen sind vom Antragsteller an den Vorsitzenden der LEK-IGPP einzureichen.

(2) Ein Antrag wird von mindestens 2 Mitgliedern der LEK-IGPP begutachtet. Die Gutachter werden vom Vorsitzenden der LEK-IGPP ermittelt. Jeder Gutachter gibt sein Votum an den/die Vorsitzende/n der Kommission weiter. Sind die Voten nicht einheitlich, so werden mindestens 2 weitere Stellungnahmen von Mitgliedern der LEK-IGPP eingeholt. Wird von institutioneller Seite ein Ethikvotum für ein Forschungsvorhaben (mit vorgesehener freiwilliger Einverständniserklärung von Teilnehmern) gefordert, auch wenn die Teilnahme an der Forschung nicht über die Alltagserfahrung hinausgeht, mit keinerlei Schäden oder nachteiligen Konsequenzen für den Teilnehmer verbunden ist und gemäß den Ethischen Richtlinien der DGPs und des BDP in der revidierten Fassung vom 28.9.2004 sogar auf eine Einwilligung durch die Studienteilnehmer verzichtet werden könnte, dann kann der/die Vorsitzende der LEK-IGPP nach Prüfung der Studienunterlagen ohne zusätzliche Gutachten durch weitere LEK-IGPP-Mitglieder ein Votum ausstellen.

Die Ethischen Richtlinien der DGPs und des BDP in der revidierten Fassung vom 28.9.2004 sehen vor, dass auf eine Einwilligung durch die Studienteilnehmer verzichtet werden kann, wenn „davon ausgegangen werden kann, dass die Teilnahme an der Forschung keinen Schaden oder kein Unbehagen erzeugt, die über alltägliche Erfahrungen hinausgehen, und wenn die Forschung sich (a) auf gängige Erziehungsmethoden, Curricula oder Unterrichtsmethoden im Bildungsbereich bezieht; (b) auf anonyme Fragen/Fragebögen, freie Beobachtungen oder Archivmaterial bezieht, dessen Enthüllung die teilnehmenden Personen nicht den Risiken einer straf- oder zivilrechtlichen Haftbarkeit, finanzieller Verluste, beruflicher Nachteile oder Rufschädigungen aussetzt und bei denen die Vertraulichkeit gewährleistet ist; (c) auf Faktoren bezieht, welche die Arbeits- und Organisationseffizienz in Organisationen betreffen, deren Untersuchung keine beruflichen Nachteile für die teilnehmenden Personen haben können und bei denen die Vertraulichkeit gewährleistet ist.“ (S. 2, Absatz 6).

(3) Der/die Vorsitzend/e fasst diese Voten und die eigene Beurteilung zur Stellungnahme der Kommission so zusammen, dass die Autoren spezifischer Voten anonym bleiben. Sind die Voten nicht miteinander vereinbar, so legt der/die Vorsitzende den Mitgliedern der Kommission den Entwurf einer Stellungnahme zur Diskussion und Klärung der Kommissionsäußerung vor. Sind auch danach die Voten unvereinbar, so wird eine mündliche Verhandlung anberaumt, wenn ein Kommissionsmitglied dies verlangt.