Zusammenfassung
In einem so sensiblen und kontroversen Bereich wie dem Paranormalen ist es wichtig, dass Messungen und Auswertungen frei von ideologischen oder psychopathologischen Einflüssen sind. Genau das leisten zwei am IGPP entwickelte Instrumente, die übersetzt, angepasst und an der spanischen Bevölkerung angewendet wurden. Der Fragebogen PAgE-II (auf Spanisch FExE-II) wurde von 418 spanischen Studierenden beantwortet. Die Ergebnisse liefern Auskunft über die Verteilung und Häufigkeit außergewöhnlicher Erfahrungen und bestätigen zudem die durch das theoretische Konstrukt des Instruments vorhergesagte Struktur. Ein Vergleich dieser Daten mit denen einer Stichprobe deutscher Studierender wirft darüber hinaus spannende Fragen zu den kulturellen Faktoren auf, die hinter den zwar leicht, aber dennoch bemerkenswert unterschiedlichen Ergebnissen stehen könnten. Andererseits wurde – ebenfalls im universitären Umfeld – eine freie Adaption der Umfrage „Alltägliche Wunder“, die Meinungen und persönliche Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Paranormalen untersucht, bei einer repräsentativen Stichprobe von 426 Hochschullehrenden durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen überraschend hohe Prozentsätze von Personen, die es für plausibel halten, dass bestimmte außergewöhnliche (paranormale) Phänomene existieren. So halten es beispielsweise 53 % der Befragten für möglich, den Tod eines geliebten Menschen auf Entfernung hin „wahrzunehmen“. Interessant sind auch die Häufigkeiten eigener Erfahrungen, die z.B. im Fall von Wahrträumen bis zu 47 % erreichen.
