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Referent

Cyril Costines M.Sc.

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg & IGPP Freiburg

 

 

 

 

Termin / Ort
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24.11.2026, 15:15 Uhr 

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Zugang per E-Mail anfordern: kolloquium@igpp.de 

Zusammenfassung

Wie konstituiert sich non-egoisches, non-duales Bewusstsein bei voller funktionaler Integrität? Der Vortrag erörtert diese Frage exemplarisch anhand eines phänomenologischen Interviews mit dem tibetisch-buddhistischen Lama Tilmann Lhündrup Borghardt. Berichtet wird aus einer Nullte-Person-Perspektive (0PP) ein Alltagserleben ohne phänomenales Selbst. Anders als bei Störungen des Selbsterlebens wie der Depersonalisation bleiben dabei die Vollzüge in Wahrnehmung, Kognition, Affekt und Handlung ungestört, und es tritt keine Entfremdung auf. Der Bericht wird mithilfe von Thomas Metzingers Konzept der minimalen phänomenalen Erfahrung (MPE) streng phänomenologisch eingeordnet, ohne ontologische oder soteriologische Geltungsansprüche. Unterschieden werden ein MPE-Zustand und ein MPE-Modus: der Zustand als inhaltsarme Absorptionsepisode ohne die Vollzüge in Wahrnehmung, Kognition, Affekt und Handlung, etwa in Meditation oder Floatation-REST; der Modus als anhaltende Weise des In-der-Welt-Seins, in der sie ungestört stattfinden. Beide teilen gleichwohl die phänomenale Signatur der Ichlosigkeit bei aufgehobener Subjekt-Objekt-Dualität. Abschließend wird dafür plädiert, 0PP-Berichten epistemisches Gewicht zuzuerkennen. Sie vertiefen das Verständnis dessen, was sich in der MPE als non-duales Gewahrsein zeigt: des blinden Flecks Strahlkraft.