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Referent

Dr. Dr, habil. Marc Wittmann

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IGPP

 

 

 

 

Termin / Ort
Icon Kalender

08.12.2026, 15:15 Uhr 

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Zugang per E-Mail anfordern: kolloquium@igpp.de 

Zusammenfassung

Im ersten Teil des Vortrages stelle ich eine empirische Studie über die Verbreitung, Phänomenologie und transformative Bedeutung außergewöhnlicher Erfahrungen, häufig als parapsychologisch oder außersinnlich bezeichnetet, anhand einer repräsentativen deutschen Stichprobe vor (Wittmann et al., 2026). Hierzu wurden 500 Teilnehmende mit dem Inventory of Nonordinary Experiences (INOE) sowie zwei validierten Instrumenten zur Erfassung außergewöhnlicher Erfahrungen (PExE-II) und der positiven Selbsttransformation des Erwachens (awakening; WAKE-16) befragt. Demnach sind außergewöhnliche Erfahrungen weit verbreitet. Besonders häufig wurden äußerst intensive emotionale Erlebnisse wie Ehrfurcht, Liebe und Verlust berichtet. Anomale Phänomene wie Telepathie oder wahrgenommene Präsenzen waren seltener, erreichten jedoch Prävalenzraten von 10–30%. Der INOE erwies sich zudem als signifikanter Prädiktor für die positive selbsttranszendente Persönlichkeitsentwicklung.

Im zweiten Teil des Vortrags diskutiere ich den Forschungsstand der Parapsychologie auf Grundlage eines theoretischen Artikels (Wittmann, 2026). Experimentelle Befunde zeigen kleine, statistisch signifikante Effekte, deren Replizierbarkeit jedoch uneinheitlich ist. Ein Kritikpunkt ist, dass das verwendete Reizmaterial keine persönliche Bedeutung für die Teilnehmenden hat. Da spontane Erfahrungen häufig in emotional bedeutsamen Kontexten außerhalb des Labors auftreten, bieten qualitative Methoden wichtige Ergänzungen. In veränderten Bewusstseinszuständen, etwa in der Meditation und Floatation-REST sowie unter dem Einfluss von Psychedelika, berichten Menschen von Zeitlosigkeit, Einheitserleben und der Auflösung von Ich-Grenzen. Diese Erfahrungen weisen Ähnlichkeiten mit Konzepten eines nichtlokalen Bewusstseins auf. Die kombinierte qualitative und quantitative Untersuchung solcher Phänomene in veränderten Bewusstseinszuständen stellt daher einen vielversprechenden Ansatz für zukünftige Forschung dar.

 

Wittmann, M. (2026). Beyond self, time, and space: Exceptional experiences and altered states of consciousness. Frontiers in Psychology.

Wittmann, M., Papastamatelou, J., Ravahi, S., Hofmann, L., & Bastos, C. (2026). Mapping nonordinary experiences in a representative German sample: Phenomenology, prevalence and links to self-transcendence. PsyArXiv https://doi.org/10.31234/osf.io/b9mtx_v1