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Die heute vielfach konstatierte Rückkehr der Religion zeigt
sich nicht allein als Modernisierung traditioneller Glaubensformen,
sondern auch in der wachsenden Popularität religiöser
Alternativbewegungen. Wenn diese sich auf ein spirituelles
europäisches Erbe berufen, verschmelzen individuelles Erleben
und Mythen vorchristlicher Kulturen mit geistesgeschichtlichen
Einflüssen der Romantik, mit der Lebensphilosophie und den
Traditionen der westlichen Esoterik in markanten religiösen
Neubildungen. Der Sammelband vergleicht auf der Basis aktueller
Fallstudien aus Italien, Deutschland, Lettland, der Ukraine und den
Niederlanden die Entstehungskontexte, Weltbilder, religiösen
Normen und sozialen Funktionen solcher eurogenen Alternativreligionen
der Gegenwart (wie Wiccatum und Asatru, Göttinnenbewegung oder
Satanismus). Als grundlegende Bestimmungselemente für diesen
anderen Glauben erweisen sich dabei nicht nur
erfahrungsreligiöse und weltanschauliche Aspekte, sondern auch
eine Dialektik von Selbst- und Fremdausgrenzung inmitten der
christlichen Leitkultur. In diesem Kontext bildet ‚der andere
Glaube’ auch einen Prüfstein für unseren
Umgang mit dem Recht auf freie Religionsausübung. |
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